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Sauber sog i – Unsere S-Bahnen glänzen für Euch

Kennt ihr das Gefühl nach einem heißen Tag, wenn man sich einfach nur nach einer kalten Dusche sehnt? Bestimmt! So geht es auch unseren S-Bahnen. Alle 14 Tage bekommen sie eine kleine Wellness-Behandlung. Das ist Entspannung pur – mit Massagebürsten und Wasserdüsen –, einfach herrlich. Wir haben mal bei einer S-Bahn nachgefragt, wie solche Waschvorgänge eigentlich genau ablaufen.

Wellness in Steinhausen

Der Wellness-Tempel für unsere S-Bahnen steht in Steinhausen, direkt neben unserer Klinik, also der Werkstatt. Sicher kennt ihr das auch, wenn ihr im Sommer Fahrrad fahrt und es euch lauter kleine Fliegen in Augen und Nase pustet. Das ist so unangenehm, oder? Und genauso kleben die überall an meinen Scheiben. Bäh, einmal weg damit, bitte!

Wasser an, Strom aus

Oh, ich bin schon ganz aufgeregt. Gleich geht es los. Aber zuerst rüstet der Rangierlokführer mich ab. Was das heißt? Meine Stromabnehmer auf dem Dach, die mich mit der Oberleitung verbinden, werden eingefahren. Denn Strom und Wasser, das verträgt sich nicht – das weiß nicht nur jedes Kind, sondern auch jede S-Bahn. Deswegen gibt es in der Waschstraße keine Oberleitung. Wie ich ohne Strom da durch komme? Zwischen den Schienen der Waschstraße befindet sich ein Schleppwagen, der klemmt sich nicht unter meine Achseln, dafür aber zwischen meine Achsen. An robusten Seilgewinden geht es dann von Station zu Station. Bevor ich in die Waschstraße fahre, ertönt ein Warnsignal, damit die Techniker wissen: Jetzt schnell raus da! Arbeitsschutz ist das höchste Gebot.

Autowaschanlage XXL

Zuerst kommen die Warm- oder Kaltdüsen. Denn wenn es im Winter sehr kalt ist, bekomme ich eine wohlig warme Dusche. Und im Sommer gibt es hier erstmal 'ne ordentliche Abkühlung. Denn meine Oberfläche muss passend temperiert sein, damit der Reiniger auf ihr wirken kann und zum Beispiel im Sommer nicht sofort verdunstet. Und die lästigen Fliegen bekomme ich nur mit einem extra Insektenmittel ab. Mein Lieblingsabschnitt sind die Bürsten in der Mitte der Waschstraße. Das kitzelt immer so schön. Man hat mir gesagt, dass das so ein bisschen aussieht wie in einer Autowaschanlage. Nur eben viel größer. Und während meine hinteren Abteile gerade erst ihre Erfrischungsdusche bekommen, kitzeln die Bürsten schon vorne an meiner Nase. 

Das Wasser bleibt sauber

Mit ihnen wird Reinigungsmittel aufgetragen. Mir macht das Mittel nichts, aber ins Abwasser darf es nicht gelangen. Es wird in Becken in der erst kürzlich modernisierten Waschstraße aufgefangen. Denn durch Abrieb verliere ich manchmal Kupfer oder Metall, das gehört nicht ins Abwasser, genauso wenig wie das Reinigungsmittel. Das wird von den Mitarbeitern der S-Bahn und der Stadt München streng kontrolliert. Parallel zur Waschstraße befinden sich Räume, in denen es beinahe aussieht wie in einem verrückten Chemielabor. Dort fließt das Wasser durch Rohre, Pumpen und Filter, bis es wieder sauber ist. Auch der pH-Wert wird strengstens kontrolliert. Das Wasser für die Anlage – es ist kein Trinkwasser – kommt aus einem eigenen Tiefbrunnen. Und es wird öfter wiederverwendet, wir wollen ja nichts verschwenden.

Für Euch glänze ich!

So, jetzt ist es bald soweit. Ich erstrahle wieder in neuem Glanz. An der letzten Station werde ich mit ganz weichem, gefiltertem Wasser abgeduscht. Es verhält sich in etwa so, wie der Klarspüler in einer Geschirrspülmaschine, wurde mir gesagt. Es dürfen ja keine Wasserflecken oder Schlieren auf den Fenstern zurückbleiben. Denn wenn ich meine schönsten Strecken durchs Münchner Umland zurücklege, soll jeder Fahrgast einen klaren Blick nach draußen haben. Damit auch alle meine Kollegen sauber werden, ist die Waschanlage in zwei Schichten, Tag und Nacht, im Einsatz. Bis zu 30 Züge können hier pro Tag frisch gemacht werden. Jetzt schnell raus aus der Waschstraße und mit neuer Energie zurück zur Arbeit: Kennt ihr das Gefühl nach einer frischen Dusche? Einfach nur herrlich!