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Hinter den Kulissen

O'zapft is! Das Notfallmanagement zur Wiesn

Während unserer geliebten fünften Jahreszeit, der Wiesn, platzt München aus allen Nähten. Damit wir ausgelassen feiern können und gut zum Oktoberfest und wieder nach Hause kommen, sorgt die S-Bahn München in Zusammenarbeit mit der Polizei, DB Sicherheit und DB Netz für Sicherheit in den Zügen und am Bahnsteig. Das Sicherheitskonzept und die Logistik dahinter sind ausgefeilt. Wie es funktioniert? Wir haben nachgefragt.

Oberstes Gebot: Sicherheit!

Zu den 1,5 Millionen Einwohnern Münchens kommen während des Oktoberfests Besucher aus der ganzen Welt hinzu. Alle mit einem Ziel: Sie wollen ausgelassen und fröhlich feiern – und ja, auch die ein oder andere Maß Bier genießen. Dazu müssen aber erst einmal alle sicher und gut gelaunt auf die Theresienwiese, das Oktoberfest-Gelände, kommen. Damit das klappt, sind viele Menschen im Einsatz, die für Eure Sicherheit sorgen.

Schnell sein, ruhig bleiben

Werner Bögl und seine Kollegin Christiane Fischer leiten das Team des Notfallmanagements bei der S-Bahn München. Sie sind das ganze Jahr für uns im Einsatz. Ihr Motto lautet stets: schnell sein und gleichzeitig ruhig bleiben. Dies gilt genauso für den „Spezialeinsatz“ während der Wiesnzeit. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf dem S-Bahnhof Hackerbrücke, denn – so mancher Münchner wird‘s wissen – hier ist ordentlich was los.

Hier gehts ordentlich zua

Aus der langjährigen Erfahrung aller beteiligten Kräfte entsteht jedes Jahr ein ausgefeiltes Sicherheitskonzept. Das Notfallmanagement der S-Bahn München, die Kollegen von DB Netz und DB Sicherheit, die Polizei, extra Zugabfertigungspersonal, Sanitäter und viele weitere Menschen arbeiten hier Hand in Hand und vor allem bis spät in die Nacht. Das Wichtigste ist die gute Vernetzung und die reibungslose Kommunikation zwischen allen Einsatzkräften. Nicht zuletzt deshalb steht an der Hackerbrücke Richtung stadtauswärts ein fester Container auf dem Bahnsteig, der als Lagebesprechungszentrum dient. Hier werden alle Infos gebündelt und die Einsätze koordiniert.

Hackerbrücke ist Brennpunkt

Ein Betrunkener stolpert ins Gleis, jemand vergisst sein Gepäck im Zug – das ist Alltagsgeschäft während der fünften Jahreszeit. Deshalb stehen an der Hackerbrücke entlang des ganzen Bahnsteigs extra Sicherheitskräfte. Jeder der ins Gleis gerät, wird unmittelbar wieder in Sicherheit gebracht. Fällt ein herrenloses Gepäckstück auf, werden Bögl und Fischer informiert. Gemeinsam mit der Polizei und ihren Spürhunden werden der Koffer oder die Tasche schnell kontrolliert. Die Zugabfertiger achten darauf, dass der Betrieb auch bei großem Ansturm flüssig bleibt, keiner die Türen blockiert und die S-Bahn ordnungsgemäß abfahren kann. So greift hier jedes Zahnrad in das andere. 

Der Krug bleibt do

Wer einen Maßkrug aus dem Zelt gemogelt hat, der kommt damit nicht weit. An der Hackerbrücke wird am Treppenabgang jede Glasflasche und jeder Krug konfisziert. Und ihr solltet aufpassen, denn wer einen Krug entführt, macht sich des Diebstahls strafbar. Die gesammelten Krüge werden übrigens am nächsten Tag in die entsprechenden Zelte zurückgebracht. Wie oft ein einzelner Krug in den 16 Tagen wohl hin und her reist?
Übrigens: Alkohol ist in den Zügen der S-Bahn München verboten. Das Wegbier könnt ihr also nur auf dem Fußweg zur S-Bahn aber bitte nicht in der S -Bahn trinken.

Des schaff ma scho – gemeinsam.

Herr Bögl und Frau Fischer sitzen in ihrem Büro, vor ihnen das Sicherheitskonzept. Angespannt sind sie nicht. Das gesamte Team hat langjährige Erfahrung, die Zusammenarbeit mit der Polizei funktioniert sehr gut. Das Sicherheitskonzept haben alle beteiligten Parteien gemeinsam ausgearbeitet. Zudem werden vermehrt Reisendenlenker und Nachtstreifen eingesetzt. Alle packen zusammen an und helfen. Und was können die Fahrgäste machen? Rücksicht nehmen und gelassen bleiben! Wenn ein Zug an der Hackerbrücke mal nicht hält und durchfährt, bitte nicht ärgern. Das passiert dann nämlich zur Sicherheit der Fahrgäste. Denn so werden Menschenmassen entzerrt. Und manchmal auch verhindert, dass ein neuer Schwung aussteigender Fahrgäste mitten in einen Sicherheitseinsatz hineinläuft. Und mal ehrlich: Lieber ein paar Meter mehr gehen, dafür aber entspannt und sicher ankommen, oder?!