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Neues von der S-Bahn

Rosenheimer Platz in neuem Glanz

Ab jetzt zählt jede Minute. Es ist bereits dunkel. Viele gehen gerade ins Bett, für die anderen beginnt jetzt erst der „Arbeitstag“. Während fast ganz München schläft, werden fünf Bahnhöfe auf der Münchner Stammstrecke komplett erneuert. Ein logistischer Kraftakt!

Neues Gesicht für fünf Bahnhöfe

Dabei kommt es nicht nur auf jede Stunde, sondern auf jede Minute an. Bei einer sogenannten Totalsperrung übers Wochenende liegen die Gleise für genau 53 Stunden still. So wie zuletzt Mitte Mai, beim Instandhaltungswochenende auf der Stammstrecke. Aber Stillstand herrscht dabei keinesfalls. Die Bahnsteige sind vielleicht belebter als an manchen Werktagen. Denn 90 Bauarbeiter werkeln bis in den frühen Montagmorgen in Schichten. Der Marienplatz, der Hauptbahnhof, der Karlsplatz, das Isartor und der Rosenheimer Platz bekommen ein neues Gesicht. Bis die ersten Fahrgäste kommen, wird aufgeräumt und geputzt. Dass bis eine Stunde vorher noch gebaut wurde, merkt dann niemand mehr.

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Es kommt nicht nur auf jede Stunde, sondern auf jede Minute an.

Vorreiter Rosenheimer Platz

Am Rosenheimer Platz haben die Arbeiter bereits 120 Tonnen gelbe Fliesen mit schwerem Gerät abgeschlagen und den Beton geschliffen. Aktuell sind die Säulen dort kahl. Nur an einer versteckten Stelle sieht man noch ein paar gelbe Fliesen, übriggeblieben unter dunklem Staub und Ruß. Der Rosenheimer Platz, Marienplatz und der Hauptbahnhof Tief sind die ersten Bahnhöfe, die ein neues Gewand bekommen. Die anderen Stationen folgen unmittelbar. 2021 ist Bauabschluss. Ihre Farbgebung haben die Stationen übrigens 1972 erhalten, angelehnt an die Farben der olympischen Ringe: blau, gelb, schwarz, rot und grün. Nur der Marienplatz ist orange, nicht schwarz, denn wer hält sich schon gerne in einem schwarzen Bahnhof auf?!

Neuer Look plus Wohlfühlfaktor

In den neu gestalteten Bahnhöfen wird sich viel verändern, die Olympia-Farben bleiben. Doch aus Kachelfliesen werden Platten aus Emaille. Das ist ein robustes Material, das gleichzeitig leicht zu reinigen ist. Alle Kabel werden hinter der Emaille-Verkleidung unsichtbar. Die drahtigen Bänke zwischen den Säulen werden abgelöst von geschwungenen Sitzflächen, die neun der Bahnhofssäulen umrunden. So entsteht mehr Platz. Nach ihrer Schönheitskur sind die Haltestellen heller und freundlicher, zudem aufgeräumter und effizienter. Die Fahrgäste sollen sich rundum wohlfühlen. Die Orientierung wird einfacher; auch für Menschen mit Sehbehinderung. Für sie gibt es nun sogenannte taktile Streifen entlang des Bahnsteigs. Für die Wohlfühlatmosphäre, die Sauberkeit aber auch die Effizienz an den Stationen, werden insgesamt 60 Millionen Euro investiert. Auch Rolltreppen und Aufzüge werden auf Vordermann gebracht. 

Effizient – von „Kopf bis Fuß“

Wichtig für die Effizienz sind dabei auch die Decken. Die Decken? Ja, richtig, die Deckenverkleidung ist ein wesentlicher Bestandteil der Neugestaltung. Dabei interessiert sich doch eigentlich niemand, der am Bahnsteig steht dafür …, oder? Doch dort verbirgt sich etwas sehr Wichtiges: die Oberleitungen. Und wenn beispielsweise die fünfte Jahreszeit – das Oktoberfest – in München Einzug hält, geraten immer wieder Helium-Luftballons an die Starkstromleitungen. Das Ergebnis: eine Art kleine Explosion. Für den Fahrgast ungefährlich, aber extrem ärgerlich. Denn die Züge stehen erstmal. 

Die Lösung kommt mit der Modernisierung

Bis sie wieder fahren können, vergehen schon einmal mehrere Stunden. Deswegen werden nun Lamellen-Decken eingebaut, in denen sich künftig Luftballons verfangen sollen. Damit sie nicht in die Oberleitung abdriften können, gibt es entlang der Bahnsteigkante künftig zusätzlich Spannseile zwischen den Lichtrohren unter der Decke. 

Mit Vollgas voraus!

Noch fünf Mal dieses Jahr werden die Stationen über Nacht 53 Stunden zum Leben erwachen. Viermal im August und einmal im Oktober. Ein großes Planungsteam und 90 Arbeiter geben in dieser Zeit alles, damit die Fahrgäste wenig von den Bauarbeiten, dafür umso mehr vom Ergebnis, spüren.