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Adrenalin meets Wohlfühlfaktor – Das Lokführer-Casting

„Deutschland sucht den Superstar“, „The Voice“, „Das Supertalent“ – mitreißende Casting-Shows sind aus unserem Fernsehprogramm nicht mehr wegzudenken. Irgendwie verständlich, denn was ist bitte spannender, als mit den Kandidaten mitzufiebern?! Auch die S-Bahn München ist immer auf der Suche nach Talenten. Singen oder tanzen muss zwar niemand, wohl aber andere Talente unter Beweis stellen. Regelmäßig castet die S-Bahn München an speziellen Casting-Tagen zukünftige Lokführer. Wie das wohl abläuft? Wir waren dabei und haben uns – sozusagen backstage und ganz privat – mit den Kandidaten unterhalten.

Auf geht’s! – Wer da wohl so dabei ist?

Samstagmorgen. Das Casting findet in den Räumen der Personalabteilung statt. Schon am Eingang werden die Kandidaten und Kandidatinnen freundlich begrüßt und bekommen eine kurze Einführung in den Ablauf des Tages. Das Besondere: jeder darf spontan vorbeikommen, keiner braucht einen Termin. Wer Anspannung oder eine aufgeregte Atmosphäre erwartet, wird allerdings enttäuscht. Die Stimmung auf den hellen Gängen ist gut. Die Teilnehmer des Castings sind eher neugierig als angespannt. Und zum Start des Castings dürfen sich die Kandidaten auch erstmal zurücklehnen. Denn zunächst sind nicht sie, sondern die S-Bahn München gefragt. In einem Raum mit Getränken und Snacks stellt die S-Bahn München sich und den Beruf des Lokführers vor und beantwortet alle Fragen.

No drama, baby!

Die Bewerber sitzen an einer großen, weißen Tafel. Auf einem Bildschirm sind die entscheidenden Infos in einer Präsentation zusammengefasst. Die wichtigsten Eigenschaften eines Lokführers? Sicheres und vorrausschauendes Handeln, Pünktlichkeit und ein freundliches und kundenorientiertes Wesen. Die Quereinsteiger-Ausbildung zum Lokführer dauert zwölf Monate. Wer besteht, hat einen unbefristeten Vertrag in der Tasche. Die Beratung ist wichtig, denn hier können die Bewerber nochmal in sich reinfühlen und sich entscheiden, ob der Beruf wirklich zu ihnen passt. Wer die Frage mit ja beantwortet, und eine abgeschlossene Berufsausbildung, egal in welcher Branche, vorzuweisen hat, nimmt im direkten Anschluss an einem persönlichen Bewerbungsgespräch teil. Hier bekommen die Bewerber die Chance sich selbst vorzustellen und ihre Motivation für die Bewerbung zu erklären. Wir stehen auf dem Gang und warten auf die Teilnehmer, die nach dem Gespräch aus den Büros kommen. Und siehe da, alle haben ein Lächeln im Gesicht. Die Tränen und das Drama, das wir von den Fernsehcastings kennen, bleibt aus.

Quereinsteiger willkommen!

Zwei Kandidaten erzählen, warum sie sich heute hier beworben haben. Ein junger Mann trägt seine schwarze Bewerbungsmappe unterm Arm und wirkt zufrieden. Er erzählt: Er wolle einen Job, der ihm Sicherheit gibt. In seiner aktuellen Arbeit als Projektmanager lebt er von befristeten Aufträgen - das will er nicht mehr. Den Bewerbungstag fand er alles andere als unangenehm, denn er hat viel wertvollen Input bekommen. Ein anderer Bewerber ist circa Mitte vierzig und kommt mit einem positiven Gefühl aus dem Gespräch. Warum auch nicht?! Schließlich kann jeder, der zur S-Bahn München passt und einen guten Eindruck hinterlässt, mit einer Jobzusage nach Hause gehen. So auch Kandidat zwei. Was ihm an dem Beruf des Lokführers fasziniert ist, dass man Gelerntes direkt umsetzen kann. Das sei in vielen Berufen anders, meint er. Außerdem begeistern ihn Züge bereits seit seiner Kindheit, verrät er uns und lächelt.

Tests mit Strategie

Auch Harald bekommt direkt eine Zusage. Er hat zwei kleine Kinder. Deswegen sei die S-Bahn München ein attraktiver Arbeitgeber für ihn. Denn besteht man die Ausbildung, hat man eine sichere Anstellung. Ihm, wie allen Bewerbern, die an diesem Tag eine Zusage erhalten haben, steht noch ein medizinischer und ein psychologischer Test bevor. Damit Harald weiß, was auf ihn zukommt, ist Christina heute den ganzen Tag im Einsatz. Vor ihr liegen Mappen mit Beispielaufgaben für den Test. Sie lächelt und nimmt den Kandidaten die Aufregung vor den Tests. Denn sie erklärt: Alle Aufgaben komplett in der zeitlichen Vorgabe zu schaffen, sei nahezu unmöglich. Ein strategischer Ansatz, denn es soll ja die Leistungsfähigkeit der Kandidaten in Stresssituationen beobachtet werden.

Zwölf Monate, dann heißt’s Gas geben

Harald hört aufmerksam zu und nickt. Auch der medizinische Test ist wichtig, da hier unter anderem Seh-und Hörvermögen geprüft werden. Genauso wie der Blutdruck und der Puls. Wer die beiden Tests gut abgeschlossen hat, dem stehen zwölf aufregende Monate bevor, in denen man die roten PS-Giganten kennenlernen und fahren kann. Und das ist wohl aufregender als jede Casting-Show – egal ob mit oder ohne Kameras.