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Hinter den Kulissen

Michael Feuser – Herr über den Schienenersatzverkehr

Wie einer vom A-Team sieht Michael Feuser nicht aus. Er ist auch kein Vietnamveteran oder kommt aus den USA. Er kommt aus Essen und ist vor sieben Jahren der Liebe wegen nach München gezogen. Doch nicht nur seine Frau, eine waschechte Münchnerin übrigens, hat sein Herz gewonnen. Es schlägt auch für eine andere Münchner Dame, eine ganz in Rot: die Münchner S-Bahn.

Auftrag: Baustellenkommunikation 

Der 59-Jährige ist Leiter der SEV-Planung, also der Planung des Schienenersatzverkehrs und der Baustellenkommunikation. Auch die Berufsbezeichnung mag ein wenig unspektakulär klingen, aber was sich dahinter verbirgt, ist alles andere als öde. Michael Feuser ist ein strategisches Mastermind im Dauereinsatz. Er ist der Kopf des Münchner A-Teams, des 4-köpfigen A-Teams für den Schienenersatzverkehr bei der S-Bahn. Das schönste an seiner Arbeit sei, wenn ein Plan aufgeht, wenn jedes Zahnrad ineinander greift, sagt er und lächelt bei dem Gedanken daran zufrieden. Wenn Michael Feuser über seine Arbeit spricht, schwingt Leidenschaft in seiner Stimme mit. 

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Die Deutsche Bahn baut für den Kunden, damit das Netz stabil bleibt. Und wir als S-Bahn flott!
Michael Feuser

Baustelle: das notwendige Übel

„Alles was vom Plan abweicht nervt, klar“, sagt er und nickt. Doch obwohl einige Fahrgäste zunächst einmal verärgert sind, brennt Michael Feuser für seinen Job, denn jeden Tag hilft er Menschen, an ihr Ziel zu kommen – trotz Baustellen. Was der Fahrgast, der in Eile ist und von A nach B kommen will, oft nicht nachvollziehen kann: Es muss nun einmal gebaut werden. „Die Deutsche Bahn baut für den Kunden, damit das Netz stabil bleibt“, sagt Michael Feuser. „Und damit wir als S-Bahn flott bleiben.“

Im Dauereinsatz für die Fahrgäste

Übrigens: Nicht immer, wenn gebaut wird, ist es die Deutsche Bahn. Auch wenn eine neue Autobahnbrücke über den Oberleitungen entsteht, kann die S-Bahn betroffen sein. Denn wenn die Oberleitungen ohne Strom sind, zum Schutz der Bauarbeiter, muss ein Schienenersatzverkehr geplant werden. „Wir überlassen nichts dem Zufall“, sagt Michael Feuser und richtet sich in seinem Stuhl auf. „Wir geben wirklich alles für den Fahrgast.“

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Wir geben wirklich alles für den Fahrgast.
Michael Feuser

Den Überblick behalten

Vor seinem Bürofenster am Ostbahnhof hört er die S-Bahnen ankommen und abfahren. Die Sonne fällt ins Fenster, er trägt ein kurzärmliges Hemd – blau-weiß kariert – in den Farben seiner Wahlheimat. Und ein Blick hinter ihn lässt erahnen, wie komplex seine Arbeit ist. An einer Pinnwand hängen Pläne, die in bunten Linien die Fahrtstrecken abbilden. Dort, wo Baustellen sind, findet man Rechtecke, dort soll Schienenersatzverkehr fahren.

Vorausschauend denken

Sobald eine Baustelle angekündigt wird, fängt Michael Feuser parallel mit seinen Planungen an – oft schon zwei Jahre im Vorhinein. Dabei ist nicht unbedingt der Schreibtisch der Ort, an dem er zu finden ist. Nein, Michael Feuser fährt S-Bahn. Er beobachtet genau, wo die Fahrgäste ein- und aussteigen, welche wichtigen Orte es rund um die Haltestellen gibt und welche Busse eventuell in den ländlichen Regionen bereits fahren. Erst dann kann er entscheiden, wo die Busse fahren müssen, die die Schiene ersetzen sollen.

Kommunikation ist alles!

Sein wichtigstes Werkzeug bei der Arbeit ist das Telefon. Denn Michael Feuser muss nicht nur aufmerksam beobachten können, sondern auch unermüdlich kommunizieren – und das nicht ausschließlich mit den Fahrgästen. Schienenersatzverkehr muss in enger Abstimmung mit dem Kreisverwaltungsreferat, mit dem MVV und mit der RVO, bei der die Busse bestellt werden, geplant werden.

Hingucken nicht vergessen!

Der letzte Schritt führt Michael Feuser an die Bahnhöfe und Bushaltestellen. Dort hängt er Schilder auf: Lila auf Gelb. „Das sehen die Leute gut“, erklärt er. Und dort werden die sogenannten Reisendenlenker eingewiesen. Sie helfen vor Ort, stehen für Fragen bereit und weisen den Weg. Oder geben Tipps, wie man sich online über die besten Ersatzverbindungen informieren kann.

Kopf & Herz für die S-Bahn

Die Schnittstelle dabei ist immer Michael Feuser. Das Netz, die Busrouten, das alles hat er im Überblick und ist allzeit bereit, Alternativen zu finden. Wenn er selbst S-Bahn fährt, dann am liebsten mit der nach Tutzing. Seine erste Fahrt mit der S6 wird er nie vergessen. Da hat der Schnee in der Sonne geglitzert und die bayerische Landschaft sich von ihrer besten Seite gezeigt. Wenn er mal nicht S-Bahn fährt, dann Motorrad. Denn so cool, wie das A-Team, ist er allemal.